News, Nachrichten und Eindrücke von und um die kanarische Insel La Gomera. In meinem Buch zeige ich die Schönheit dieser Insel aus einer etwas anderen Perspektive und möchte zum Träumen und Nachdenken animieren. Weitere Infos auf: www.gomera1.de

Kanaren NEWS (El Hierro-La Palma-La Gomera)

Samstag, 29. Oktober 2011

Wandern durch den Nationalpark Garajonay

Ein recht netter Artikel aus den Berliner Nachrichten:

Am Anfang ist Miguels Laden

Miguels Laden ist Lebensmittelgeschäft, Drogerie, Handwerkermarkt, Brennstoffhandel und Kneipe zugleich. Und das auf einer Fläche von etwa 25 Quadratmetern. Doch das reicht, denn er versorgt nur die wenigen, umliegenden Höfe im Nationalpark Garajonay ­ und die Wanderer mit dem Nötigsten. Entsprechend schmal ist sein Angebot, seine Bedienung jedoch um so herzlicher. Wir haben gleich den ersten Bus in den frühen Morgenstunden genommen. Jetzt, im Winter, ist es noch dunkel und La Calera liegt im tiefen Schlaf. Nur die Reisenden, die das Fährschiff in San Sebastian hinüber nach Teneriffa erreichen wollen, sind zu so früher Stunde schon auf den Beinen. In endlosen Serpentinen kurvt der Bus von La Calera im Tal der Großen Könige, dem Valle Gran Rey, hinauf auf die Hochebene. Vorbei an Terrassen mit Bananenstauden und Kokospalmen müssen über 1 000 Höhenmeter auf engen Straßen überwunden werden. Gelegentlich stockt einem der Atem angesichts der Abgründe. Doch die Busfahrer La Gomeras sind Meister ihres Faches. Ziel ist der Lorbeerwald im Zentrum Gomeras. Er ist Teil des Nationalparks. 1985 verlieh die Unesco dem hochgelegenen, einzigartigen Wald sogar das Siegel "Erbe der Menschheit". - weiterlesen in Berliner Nachrichten

Samstag, 22. Oktober 2011

El Silbo - Die Pfeifsprache auf La Gomera

Ein "Silbadero"  pfeift meist nicht zum Vergnügen. Die Pfeifsprache "El Silbo" ist auf der Kanareninsel La Gomera seit Jahrhunderten Verständigungsmittel. Quelle: picture-alliance
 
Ein "Silbadero" pfeift meist nicht zum Vergnügen. Die Pfeifsprache "El Silbo" ist auf der Kanareninsel La Gomera seit Jahrhunderten Verständigungsmittel. Quelle: picture-alliance
 

Ein lesenswerter Bericht aus dem Handelsblatt zur traditionellen Pfeifsprache auf La Gomera

Pfeifen dient meist nur der eigenen Unterhaltung, zum Beispiel, wenn man unter der Dusche fröhlich ein Lied trällert. Nur selten transportiert ein Pfiff in unserem Kulturkreis auch eine Botschaft - etwa wenn ein Mann einer attraktiven Frau hinterher pfeift.
Es gibt jedoch auch Kulturen, in denen sich eine gesamte Sprache aus Pfeiftönen zusammensetzt: Auf der Kanareninsel La Gomera nutzen Schäfer diese Ausdrucksweise, um sich in steilem, unzugänglichem Terrain über größere Distanzen hinweg zu verständigen. Die Pfiffe sind für Eingeweihte leichter erkennbar als Worte, die an den vielfach zerklüfteten Berghängen der Insel widerhallen und als kakophonische Echos enden.
Die „El Silbo“ genannte Pfeifsprache dient den Hirten Gomeras daher als Ersatz des ansonsten gesprochenen Spanischs. Sie beschränkt sich im Vergleich dazu allerdings auf nur zwei Vokale und vier Konsonanten.
Normale Worte werden dazu in Pfiffe unterschiedlicher Tonhöhen übersetzt. Zu beachten gilt auch die Melodie, denn die Pfeifer wechseln zwischen kontinuierlichen und unterbrochenen Tonfolgen, um ihre Aussagen zu verdeutlichen.
Wer jemals im Urlaub eine „Diskussion“ zweier Hirten mitbekommen haben sollte, wird sich dennoch wundern, wie die Gesprächspartner bei dem eingeschränkten Vokabular einander überhaupt verstehen. Unklarheiten bleiben jedoch selten, die Diskutanten vertrauen auf ständige Wiederholungen des Gepfiffenen und beschränken sich auf wenige einfache Mitteilungen wie „Schaf weg - Gatter zu!“.
weiterlesen im Handelsblatt

Dienstag, 4. Oktober 2011

Vulkan El Hierro - in aller Munde

Wohl noch nie, wurde in der Presse und im Fernsehen, soviel über unsere kleine Nachbarinsel El Hierro geschrieben und berichtet. Auch die deutschen Medien überschlagen sich mit Meldungen:

"Fast 9000 Erdbeben auf El Hierro" - "Alarmstufe Gelb" - "Verteidigungsministerin: Alle vorbeugenden Maßnahmen für El Hierro getroffen" - "Panik und Evakuierung"

Das sind die Schlagzeilen, die den Leser und Hörer anlocken sollen. Vieles ist übertrieben, unvollständig oder aus Unwissenheit vergessen worden.

Soviel Ruhm und Aufmerksamkeit hat man in den vergangenen Jahrhunderten dem kleinen Inselchen noch nie zukommen lassen.

- Ein zweifelhafter Ruhm ? -


Wer besucht schon eine Insel auf der ein Vulkanausbruch ansteht. Wahrscheinlich nur Vulkanologen und Abenteurer, - aber der normale Urlauber? Jetzt sicher nicht.

Sehen wir es einmal positiv: El Hierro wird bekannt. Viele erfahren erst jetzt, daß es überhaupt noch eine Insel El Hierro auf den Kanaren gibt. Wenn nun verstanden wird, die Schönheiten und die Ruhe die diese Insel ausstrahlt hinüber zu bringen, dann stehen dem Tourismus nach dem Abklingen oder dem Ausbruch des Vulkans, goldene Zeiten bevor - und das meine ich ernst.

Eine von mir gestartete Umfrage - Wer würde jetzt Urlaub auf El Hierro machen wollen? - läuft noch bis kommenden Sonntag.
Wie sich bereits jetzt abzeichnet, mit einem überraschenden Ergebnis. Wer mit abstimmen möchte, geht auf Elhierro1.blogspot.com

Hier ein Auszug von heute:

El Hierro: Ruhestörung bei Nacht

... oder wenn der Vulkan anklopft.

Es ist schon irgendwie verhext. Immer zu Nachtzeiten ereignen sich die kräftigsten Erdbeben. Heute morgen um 2.10 Uhr wurden wieder viele Herrenos aus den Betten gerüttelt. Ein Beben der Stärke 3,6 auf der Richterskala, an der Küste im Süden, nahe beim Ort La Restinga ließ die Insel zittern.


La Restinga liegt am Südzipfel von El Hierro. Die roten Punkte kennzeichnen die letzten Erdstöße. Hier fand auch (siehe <<<) der starke nächtliche Erdstoß statt.
Auf der Grafik ist schön zu sehen, wie sich die Beben von Nordwesten über den Golfo Halbkrater, nun nach Süden verlagert haben. Das hat aber nicht auch zu bedeuten, daß sich dort das evtl. Event ereignet und die Fortsetzung hier.

Sonntag, 2. Oktober 2011

Zauberwald La Gomera

Der Lorbeerwald auf der Kanareninsel La Gomera gehört zum Weltnaturerbe. Schmale Pfade – mit Meerblick – führen hindurch
Es riecht nach Moos und feuchtem Holz. Nur vereinzelt dringen Lichtstrahlen durch das tief hängende Wolkenmeer, durch Blattkronen und Nadeldickicht von Lorbeer- und Erdbeerbäumen, Myrten, Eschen und Zedern. Dort leben Fledermäuse, Tauben und wilde Kanarienvögel, im Unterholz tummeln sich Schnepfen, Skinke und Echsen. Schmale Pfade führen über weichen Waldboden, durch gebirgiges, immergrünes Gelände, vorbei an Baumstämmen, die von langhaarigem Moos ummantelt sind, vorbei an kniehohen Farnteppichen und dickem, verknotetem Wurzelwerk. Die Luft ist trüb und dampfig, doch niemals heiß. Der Blick reicht nicht weiter als ein paar Baumstämme.

Leicht könnte man sich verirren in diesem Zauberwald. Denn der Nationalpark rund um den Garajonay-Gipfel auf La Gomera wirkt verwunschen, unzugänglich, ganz und gar verwirrend. Doch das Wegenetz ist gut ausgeschildert und letztlich ist diese kanarische Wanderregion auch nicht sehr groß. Nur rund ein Zehntel der knapp 370 Quadratkilometer kleinen Insel ist noch von Urwald bewachsen. Am Waldrand oder in Lichtungen eröffnet sich immer wieder ein atemberaubender Blick auf den Berg Teide der Nachbarinsel Teneriffa. El Hierro, südwestlich gelegen, kann man nicht ausmachen. Seit Tagen grummelt es dort in der Erde, doch mit einem baldigen Vulkanausbruch ist nach letzten Analysen wohl nicht zu rechnen. „Für La Gomera besteht sowieso keine Gefahr“, heißt es auf der Insel. Auzug aus einem sehr nett beschriebenen Statement im Tagesspiegel.

Sehr unheimlich, fast schon gespenstisch wirkt eine Wanderung in der Morgendämmerung. Herabtropfender Tau und aufsteigende Dämpfe verwandeln den Lorbeerwald in eine Hexenküche. Behutsam und lauernd, auf jedes Geräusch achtend, die Augen suchend und jeden weiteren Schritt mit Bedacht auswählend, schreitet der Wanderer oder besser der Eindringling leise voran.



 
 Ein murmelnder Bach schlängelt sich durch den Bosque del Cedro Wald. Aber auch Wasserstollen oder kleine  herabstürzende Wasserfälle beigeistern den Betrachter. Der del Cedro Wald ist noch das letzte erhaltene Relikt aus der frühen Vorzeit und wurde deshalb unter den Schutz der UNESCO gestellt. Die Fotos stammen aus meinem neuen Buch "La Gomera - Auszeit...Traumzeit" mit vielen weiteren beeindruckenden Aufnahmen.